Die U13 beim größten deutschen D-Junioren-Turnier
Daniel Rohn, 24.06.2009
Von Samstag bis Sonntag nahmen einige Kicker aus der U13 im fernen Eberswalde am größten D-Junioren Turnier Deutschlands teil. 48 Mannschaften, darunter diverse Nachwuchsleistungszentren der Lizenzvereine wie dem Karlsruher Sportclub, Borussia Mönchengladbach, MSV Duisburg oder Fortuna Düsseldorf, lieferten sich zwei Tage lange packende Duelle mit Vereinen wie Rapid Wien, Villareal und Real Mallorca sowie regional starken Nachwuchsteams. Darunter eben auch der SCF, der im gesamten Turnier lediglich zwei Gegentreffer hinnehmen musste und sich damit den 20. Platz erspielte.
Um die Leistung der Mannschaft einzuschätzen, ist das bloße Wissen um die Platzierung allerdings wenig hilfreich. In neun Spielen sind die U13-Junioren achtmal ohne Gegentor geblieben, haben nur ein einziges Mal Unentschieden gespielt, nur einmal in der regulären Spielzeit verloren, dafür zweimal durch Neunmeterschießen und somit sechs Partien für sich entscheiden können. Viel wichtiger aber, die Mannschaft hat spielerisch durchaus überzeugen können. Trotzdem reichte es eben nur für den 20. Platz.
1. Tag
SCF - Joachimsthal 4:0
Optimaler Start in das Turnier für unsere Mannschaft, die weder in dieser Formation jemals zusammengespielt hat noch jemals zuvor auf dem Kleinfeld mit sieben Feldspielern angetreten ist. Zudem mussten gleich fünf von zehn Spielern aus unterschiedlichen Gründen kurzfristig ihre Teilnahme absagen, und so mussten neben unserem Luca und Keeper Matthias auch drei Spieler des jüngeren D-Jugend-Jahrgangs in letzter Sekunde in die Presche springen. Die Mannschaft präsentiert sich dennoch schlagkräftig, Dominik sorgt für die frühe Führung im ersten Spiel, ehe innerhalb von nur drei Minuten Thomas, David und abermals Dominik für klare Verhältnisse sorgen.
SCF - FC Energie Cottbus 1:2
Mit übergroßem Respekt gehen wir in die Partie, überschätzen den Gegner und lassen durch ärgerliche Fehler und ungewohnte Passivität zwei Gegentreffer zu. Erst als wir merken, dass wir uns mit etwas mehr Mut in den Zweikämpfen auch gegen den Bundesliga-Nachwuchs durchsetzen können, wird unser Spiel druckvoller. Dominik erzielt noch den Anschlusstreffer, zu mehr reicht die Zeit nicht mehr.
SCF - VfL Köln Sürth 1:0
Ein schwerer Gegner als die Jungs erwartet hatten, trotzdem bestimmen wir das Spielgeschehen, lassen keine Torchancen zu, haben aber Mühe, selber für zwingende Chancen zu sorgen. Das klappt erst, als David nach energischem Zweikampf auf Höhe der Eckfahne eine Hereingabe in den Strafraum gelingt, die Dominik problemlos zum 1:0-Siegtreffer verwandeln kann.
SCF - FSV Frankfurt 0:0
Sehr konzentriert, sehr engagiert - in einem Spiel zweier Mannschaften auf ähnlich gutem Niveau haben die Jungs das Leistungszentrum aus der Börsenmetropole spielerisch fest im Griff, einzig die ganz zwingenden Torchancen auf unserer Seite fehlen etwas. Die hektische Schlussphase aber überstehen unsere Jungs am Ende erstaunlich souverän.
SCF - Lichterfelde 1:0
Die Jungs aus Lichterfelde sind kurzfristig für den SSV Ulm eingesprungen und präsentieren sich als unangenehmer Gegner, der durchaus bemüht ist, mit uns mitzuspielen. Uns wiederum schwinden langsam die Kräfte und damit die Konzentration, leichte Abspielfehler in der Offensive sind die Konsequenz, dadurch viele Ballverluste und noch mehr Laufarbeit. Dennoch reicht es noch, um den Gegner zu beherrschen und zu einigen Torchancen zu kommen, eine davon verwandelt Dominik zum dritten Sieg im fünften Spiel.
Fazit erster Tag:
Drei Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage, zehn Punkte gesammelt und nur zwei Gegentore kassiert, am Ende reichte es in der Gruppe aber „nur" zum dritten Platz und damit zur Teilnahme an der Platzierungsrunde um die Plätze 17-32. Mit etwas Glück wäre sogar noch mehr drin gewesen. Ein Unentschieden der Kölner gegen Frankfurt hätte uns in die Finalrunde um Platz 1-16 katapultiert, und, dramatischer hätte es kaum sein können, in der letzten Minute des letzten Gruppenspiels haben dann die Kölner tatsächlich per Strafstoß die Chance zu eben jenem Ausgleich gegen den FSV Frankfurt. Unsere Jungs fieberten bereits einer möglichen Finalteilnahme entgegen, der Schütze aber verfehlte sein Ziel und wir damit den Einzug in die Finalrunde.
2. Tag
Nur K.O.-Spiele an diesem Tag, jedes Spiel musste einen Sieger hervorbringen. Im Optimalfall wäre bei vier Siegen durch den Turniermodus noch Platz 17 möglich gewesen, Platz 32 wäre die ungünstigste Platzierung gewesen.
SCF - Fortuna Düsseldorf 1:0
Die Beine noch müde vom Vortag, alles fällt etwas schwerer, der Wille aber, scheint ungebrochen. Nach kurzer Anlaufphase bekommen die Jungs das Leistungszentrum aus Düsseldorf immer besser in den Griff, bestimmen das Geschehen und können sich wieder auf ihren Torjäger Dominik verlassen, der nach Zuspiel von Tobias das goldene Tor erzielt.
SCF - SC Rostock 0:0 (3:2 n. E.)
Zwei Chancen lassen wir gegen die Rostocker zu, beherrschen Gegner und Spiel ansonsten, haben allerdings auch etwas Pech bei guten Chancen vor dem Tor und müssen daher ins Neunmeterschießen. Obwohl Tobi sein Ziel verfehlt, hält Keeper Matthias mit zwei Paraden den Sieg fest.
SCF - Borussia Mönchengladbach 0:0 (0:2 n. E.)
Sicherlich unser bestes Spiel des Tages. Ein hervorragender Gegner verlangt uns alles ab, die Jungs aber mobilisieren alle - wenn auch nur noch spärlich vorhandenen - Kraftreserven und liefern sich ein packendes Duell mit der Talentschmiede aus dem Ruhrpott. Und während unser Keeper Matthias nicht geprüft wird, haben die Fohlen Glück, als Thomas ein Solo mit einem Pfostenschuss abschließt. Auch die zweite Großchance bleibt ungenutzt und so haben die Gladbacher am Ende nach Neunmeterschießen das glücklichere Ende für sich.
SCF - Hallescher FC 0:0 (1:3 n. E.)
Mit den Kräften mittlerweile am Ende, gehen die Jungs in ihr letztes Spiel gegen den Nachwuchs des Regionalligisten. Fast im Minutentakt spielen Tobi, Thomas und Domi, später auch David Torchancen heraus, scheitern aber ein ums andere Mal am gut agierenden Schlussmann und teilweise auch an sich selbst, weil mit der Kraft auch die Konzentration ein wenig abhanden gekommen ist. Das Team aber will den Sieg im letzten Spiel, doch die Kräfte reichen nicht mehr, um Defensive und Offensive gleichermaßen gut zu unterstützen und so kommen auch die Hallescher noch zu einigen Torchancen. Wieder muss das Neunmeterschießen entscheiden und schon zum zweiten Mal an diesem Tag unterliegen wir im Zielschießen vom Punkt.
Fazit 2. Tag:
Vier Spiele, keine Gegentore, zwei Niederlagen, beide durch Neunmeterschießen, zwei Siege. Die lange Anfahrt am Freitag und der schwere erste Turniertag am Samstag forderten heute ihren Tribut, ließen die Spritzigkeit des Vortags bisweilen etwas vermissen. Dennoch gute Leistungen vor allem gegen die zwei Leistungszentren aus Mönchengladbach und Düsseldorf.
Fazit-Gesamt:
Eberswalde, das sei an dieser Stelle erwähnt, liegt nördlich unserer Hauptstadt Berlin, und damit knapp sieben anstrengende Stunden Fahrzeit von Fürstenfeldbruck entfernt. Unsere U13 aber trotze den Anreise-Strapazen weitgehend, und schaffte es sogar, in acht von neun Partien ohne Gegentreffer zu bleiben, stellte somit die nach Borussia Mönchengladbach beste Defensive aller 48 Teilnehmer. Das allerdings nicht deswegen, weil unsere Abwehrspieler durch Körpergröße und Präsenz hätten glänzen können, denn das konnten und können sie nicht. Bei einem Turnier, das nahezu alle Mannschaften mit dem „älteren" D-Jugend-Jahrgang, den 96ern, bestritten, agierten in unserer Defensive zeitweise drei 97er Spieler, von denen einer fast ein 98er ist. Und während erstaunlich viele Gegenspieler aufgrund ihrer körperlichen Entwicklung den Anschein von C- oder gar B-Jugendlichen hinterließen, stellte man uns die Frage, ob wir „mit unserer E-Jugend angetreten wären". So viel zu den Größenverhältnissen.
Was an reiner Körpergröße und -kraft fehlt, können unsere Jungs in vielen Situationen aber durch eine saubere Ballbeherrschung, ein in vielen Fällen exzellentes Körpergefühl, Willenskraft und vor allem immer wieder überraschende Bewegungen und Ideen am Ball wettmachen. Letzteres wiederum liegt darin begründet, dass jeder der defensiv eingesetzten Spieler jederzeit auch eine offensive Rolle ausfüllen könnte und dies im Spiel auch immer wieder musste.
Zudem besteht die Defensive nicht aus drei Abwehrspielern, sondern aus einer ganzen Mannschaft, in der jeder einzelne Junge seinen Teil dazu beiträgt, dass auch die namhaftesten Gegner kaum gefährlich vor unser Tor kommen konnten und wenn, dann hatten wir dort immer noch einen überragenden Schlussmann. Doch selbst die Offensivkräfte Thomas, Dominik, Tobi, David und Luca waren jederzeit defensiv unterstützend zur Stelle und haben dabei schier unmöglich scheinende Laufleistungen erbringen müssen. Auch in der Offensive wusste das Team immer wieder zu überzeugen, verzückte zeitweise mit durchaus attraktivem Angriffsfußball und sehenswerten individuellen Aktionen, brauchte bisweilen aber einfach zu lang, bis der Abschluss gesucht wurde, auch das Zusammenspiel im gegnerischen Drittel wurde nicht immer optimal gelöst. Am zweiten Tag schwanden dann die Kräfte bei hohen Temperaturen auffälligerweise bei allen Mannschaften deutlich, Tore waren in vielen Spielen nun Mangelware, Neunmeterschießen an der Tagesordnung, so auch bei uns.
Schade übrigens, dass die Platzierungsspiele allesamt auf den Nebenplätzen ausgespielt wurden, wo sie von kaum jemandem gesehen wurden. Vielleicht wäre sonst aufgefallen, dass wir zumindest einen der drei Kandidaten für den besten Spieler des Turniers vielleicht sogar in unseren eigenen Reihen hatten. Eine Meinung, die manch Trainerkollege bekräftigte. Aber nicht nur er, unser Linksaußen, auch alle anderen Jungs haben ihre Aufgaben oft überragend gelöst, und daher müsste man sie eigentlich alle aufzählen: im Tor Matthias, vorwiegend in der Defensive Michi, Fabio, Patrick und Vali sowie, vorwiegend offensiv, Tobi, Thomas, Domi, Luca und David.
Diese Jungs haben, wenn überhaupt, nur ein einziges nicht so gutes Spiel abgeliefert, jenes gegen Cottbus, und haben ansonsten gegen jedes anderes Leistungszentrum spielerisch dominiert. Das allein muss die Zielsetzung sein. Also konnten wir uns letztlich zufrieden auf die sehr lange Heimfahrt machen.Und trotz aller Anstrengungen, hat es Spaß gemacht, diese Jungs noch einmal betreuen zu können.
Quelle:Daniel Rohn
