U13 begeistert im 'Konzert der Großen'
Tomas Zivcic, 04.02.2009
Die U13 sorgte in ihrem letzten großen Auftritt beim internationalen Traditionsturnier in Blaustein für ein dickes Ausrufezeichen und spielte für einen Tag mit im Konzert der „Großen". Besonders erfreulich zeigte sich das Abschneiden unserer Jungs, da alle Mannschaften mit ihrem 96er (also gleichaltrigen) Jahrgang angetreten sind, auch Münchner Vereine wie 1860 und die Bayern. Einzige vollständige Ausnahme bildeten die Jungs vom VfB Stuttgart, die ihre 97er schickten und eine wahre Schau waren. Diese Jungs Fußball spielen zu sehen ist einfach eine Freude für jeden Sportfan.
Das nun zum 26. Mal stattfindende Turnier ist schon längst unter den ganz großen Ereignissen der Hallensaison einzuordnen und mit seinen gut 1000 Zuschauern, nach dem Neu Brandenburger Turnier mit etwa 3000 Gästen, eins der am besten besuchten Hallenturniere deutschlandweit.
Auch die Durchführung und die Organisation vor Ort strotzten nur so vor Routine und ermöglichten einen reibungslosen und professionellen Ablauf. Unsere U13, Spieler, Eltern und Trainer haben sich auf jeden Fall sehr wohl gefühlt und gratulieren der Jugendabteilung des TSV Blaustein und allen Helfern zu dem gelungenen Erlebnis.
Es nahmen insgesamt 18 Mannschaften in drei 6er Gruppen an der Vorrunde teil. Es qualifizierten sich die besten beiden Teams jeder Gruppe und der Erstbeste und Zweitbeste Dritte. Unsere Jungs hatten mit dem FSV Mainz und Bayer Leverkusen die stärkste Gruppe erwischt, beide Teams bestritten das Finale in dem sich die Leverkusener im 9 Meter-Schießen durchsetzen konnten.
Alle Ergebnisse findet man (bald) unter:
http://www.tsv-blaustein.de/fussballjugend/fussballju.html
Vorrunde
SCF : RSV Ermingen 2:0
SCF : SSV Ulm 1:1
SCF : 1. FSV Mainz 3:3
SCF : Eintracht Braunschweig 6:0
SCF : Bayer 04 Leverkusen 0:3
Viertelfinale
SCF : Hertha BSC Berlin 1:1 (3:4 n. Neunmeterschießen)
Nur ein Amateurverein
Man muss den Jungs ein Riesenkompliment machen für die gezeigten Spiele, denn sie haben mitgespielt und sogar manchmal mehr. Sie haben damit wieder überdeutlich gezeigt, was alles möglich wäre bei einem großen Amateurverein wie dem SCF, eben genau weil er ein Amateurverein ist. Die Jungs können hier anspruchsvoll trainieren in einer Umgebung, in der nur die elterliche Ungeduld sie frühzeitig von ihren Weg abbringen kann, und sie müssen weder den Verschleiß, noch den Stress fürchten, der meistens einfach nicht, trotz aller Bemühungen, aus dem Großvereinsumfeld wegzunehmen ist. Wie Udo Bassemir (Leiter der FCB Kooperation) es auch als Grundüberzeugung immer wieder versucht an die Vernunft der Eltern zu tragen: Ein Wechsel im Kleinfeldbereich ist noch viel zu früh (außer man wohnt direkt in München) und selbst in der D-Jugend noch nicht nötig. Schade, dass dieser so wichtige Appell immer wieder ungehört bleibt.
Unsere Jungs
Bei uns heute zeigte vor allem Marco Ecker, der seit 6 Jahren standhaft den SCF Weg geht, dass er in jeder anderen Bundesligamannschaft ohne weiteres spielen könnte und selbst bei Bayer Leverkusen zu den Jungs gehören würde, die wenigstens mal eingewechselt werden, wenn man uneinholbar führt. Doch auch unsere anderen Jungs konnten immer wieder in vielen Situationen über sich hinauswachsen, und mit ganz besonderen Kabinettstückchen glänzen. Das 1:1 gegen Mainz aus unmöglicher Position erzielt einfach nur ein Dominik Widemann mit seiner perfekten Schusstechnik und seiner Schlitzohrigkeit. Nur ein Thomas Waltenberger hat den „Nerv" gegen einen Bundesligisten unter Bedrängnis von hinten heraus ein Solo bis zum anderen Tor hinzulegen und dann auch noch lässig einzuschieben. Ein Tobi Rembeck verzaubert gleich drei Braunschweiger plus Torwart, bevor er einschiebt, ein Patrick Möhl lässt den Top Leverkusener Angreifer (dem er bis zum Bauchnabel reicht) mit Körpertäuschung und engem Dribbling stehen als wäre der gar nicht da, ein Ochsi meldet den besten Spieler des Turniers im 1:1 defensiv völlig ab und ein Panos Salatas stellt dir auch wirklich jeden Mann, der schon uneinholbar scheint. Auch unser Keeper Sotiris Kamtsiklis brauchte sich in gar keinem Spiel zu verstecken. Nicht zu vergessen Denis Teschke, der mit Krücken und Schiene seine Jungs über das gesamte Turnier hinweg anfeuerte und den Trainer mit Spielanalysen versorgte...
Zum Turnier
Zu den Spielen ist nur zu sagen, dass die Jungs gegen Ulm, gegen Mainz und gegen Hertha jeweils bis zur letzten Minute in Führung waren. Das war kein Zufall und schon gar kein Glück, die Jungs haben mitgespielt und verdient ihre Tore gemacht. Gegen Leverkusen war es ein typisches „Fast" Spiel, man hätte fast den Ausgleich gemacht, man hätte fast den Torabschluss geblockt, man hätte fast den Abpraller erwischt usw. In Wirklichkeit war die Klasse der Leverkusener und deren Effektivität einfach zu gut. Auch gegen Hertha trauern wir dem verlorenen 9-Meter-Schießen nicht nach. Das wäre typisch für unsere Zeit, den Rachen nicht voll genug zu bekommen, wir sollten mit dem erreichten 5. Platz mehr als zufrieden sein und sagen können: „ Jungs das war geil, das reicht!"
Die beste Torfrau
Auch wenn es schon lang geworden ist, eine Geschichte muss natürlich noch erzählt werden:
Der SCF hätte trotz überzeugender Leistung beinahe frühzeitig die Koffer packen müssen, da die überragenden Bayer Spieler plötzlich in der Partie gegen die Ulmer ihre Leistung nicht mehr abrufen konnten und mit 0:1 verloren. Hätte Ulm nun gegen den RSV Ermingen gewonnen, wären sie weiter gewesen. Da haben sie aber die Rechnung ohne die einzige junge Dame des Turniers gemacht, Carina Renz sorgte mit einer „Weltklasse" Leistung dafür, dass ihr Kasten sauber blieb...
... und man muss das einfach erlebt haben, wie dieser 1,40 Blondschopf mit geballten Fäusten Angriff um Angriff, der immer wütender agierenden Ulmer abwehrte und die Halle in einen Hexenkessel verwandelte. Nachdem sich der Ulmer Trainer mitsamt Anhang auch noch ausfallend und sehr unsportlich gegenüber Schiedsrichter und Sportgericht verhielt, stand und damit ist auch Stehen gemeint, die gesamte Halle mit den gut 1000 Zuschauern hinter dem RSV Ermingen, der dieses Spiel auch mit 1:0 für sich entschied.
Damit war es offiziell, der SC Fürstenfeldbruck durfte unter die besten Acht und möchte sich beim RSV Ermingen und seiner tollen Torfrau (die auch als „bester Torwart" des Turniers ausgezeichnet wurde) für das gezeigte Spiel bedanken.
Platzierungen der ersten acht Teilnehmer
1. Bayer 04 Leverkusen
2. FSV Mainz
3. Hertha BSC Berlin (0:3 gegen Mainz)
4. 1. FC Nürnberg (0:5 gegen Leverkusen)
5. SC Fürstenfeldbruck (1:1 gegen Hertha)
6. VfB Stuttgart 97er (1:2 gegen Mainz)
7. FC Bayern München (1:2 gegen Leverkusen)
8. Eintracht Frankfurt (1:3 gegen Nürnberg)
