U13 in Vilshofen - gelungener Jahresabschluss
Tomas Zivcic, 04.01.2009
Das letzte Turnier des Jahres 2008 führte uns nach zwei stündiger Fahrt ins malerische Vilshofen zu einem durchweg gut gespickten Hallenturnier. So waren die führenden Vertreter der Ober- und Niederbayrischen BOL anwesend.
Von unserer Seite erwartete man dieses Turnier mit Spannung, da man sich nun, nach Landkreis- und Spitzenniveau mit Mannschaften messen durfte, die in der Jugendausbildung direkt in Konkurrenz mit dem SCF treten. Die Jungs lieferten an diesem Tag streckenweise eine 1A Darbietung und verzauberten die Halle mit ihrem offensiven Stil, wobei dabei nicht vergessen werden darf, dass die Jungs insgesamt auch die wenigsten Gegentore kassiert hätten, nämlich genau eines, wenn die Halbfinalniederlage gegen Wacker Burghausen nicht gewesen wäre. So beendete man das Turnier als dritter mit genau einer Niederlage und einem Torverhältnis von 18:5.
Eines muss dabei noch vorweg erwähnt werden, vielen Dank an den FC Vilshofen und in diesem Zusammenhang an die JFG Wertachtal, an den FC Donzdorf, unsere Freunde aus Schierling u.a. für den fairen und herzlichen Empfang. Es ist für unsere Kinder immer wieder schön außerhalb des Landkreises, fern von Nachbarschaftsrivalitäten und traditionellen Gehässigkeiten, einfach nur Fußball zu spielen. Vielen Dank hiermit an Euch!
SCF : Stützpunkt Pfarrkirchen 6:0
SCF : TSV Waldkraiburg 5:1
SCF : TSV 1860 Rosenheim 1:0
SCF : FC Vilshofen 4:0
Halbfinale
SCF : SV Wacker Burghausen 1:4
Spiel um Platz 3
SCF : TSV 1860 Rosenheim 1:0
In den ersten Gruppenspielen lebte das SCF Spiel von den überragenden Aufbauleistungen eines Patrick Möhls, eines Patrick Ochsendorfs und eines Thomas Waltenbergers. Alle drei stachen defensiv durch eine geschickte Zweikampfführung heraus, die von Körperbeherrschung und Handlungsschnelligkeit herrührte und nicht durch bloße Härte und Körpereinsatz bestimmt wurde. Alle drei agierten sicher und selbstbewusst am Ball und kamen durch ihre trickreichen Aktionen ständig am Gegner im hohen Tempo vorbei. Patti Möhl fiel dabei so auf, dass er trotz eines verletzungsbedingten Ausfalls zwei Spiele vor Turnierende zum Spieler des Turniers gewählt wurde.
Denis Teschke verdeutlichte ein ums andere Mal wie oberflächlich und dadurch unsinnig das bloße sichten nach „Schnelligkeit“ ist. Er spielte an diesem Tag häufig gegen die antrittsschnellsten Gegner des Turniers, und auf diesem Niveau heißt das verdammt schnell, verlor aber so gut wie kein Laufduell. Cleverness, das richtige Timing zum Schneiden der Laufbahn, geschickter Körpereinsatz und die Antizipation der Spielsituation machen einen Jungen ebenso „schneller“, und da macht unserem Denis kaum einer etwas vor. Außerdem ist es natürlich schön, wenn ein Junge technisch so sauber ist in seiner Entwicklung, dass er defensive Kopfbälle (die leider aus taktischer Vorgabe andauernd in der Halle vorkommen) nicht nur klärt, sondern sofort situationsgegenwärtig in einen Angriffsball verwandelt.
Dominik Widemann, Marco Ecker und Panos Salatas glänzten an diesem Turnier vor allem in der Offensive. Dominik lebt dabei von seiner nahezu perfekten Stoßtechnik mit beiden Füßen und seiner Schlitzohrigkeit im Abschluss, auch wenn es keine Lücke gibt, er findet sie. Nebenbei ist er der mannschaftsdienlichste Akteur auf dem Platz, der immer seinen Mitspieler findet und auch bedient. Marco konnte dank seiner hervorragenden Technik, seiner herausstechenden Körperbeherrschung und dem angeborenen Torriecher zum wiederholten Male die meisten Tore eines Turniers schießen, diesmal 7. Darunter fallen aber nicht nur Tore gegen schon geschlagene Gegner, seine Stärke ist zweifelsohne, dass er die wichtigen Dinger macht (wie das 1:0 gegen Rosenheim). Panos gehört mit seiner ruhigen Art zu den meist unterschätzten Spielern auf dem Feld. Seine Antritte, sein Körpergefühl und seine technischen Fertigkeiten lasen sich am besten mit brasilianisch umschreiben, und so schafft er es immer wieder in unnachahmlicher Eleganz am Gegenspieler vorbeizuziehen.
Unser Keeper Sotiris Kamtsiklis war an diesem Turnier der gewohnt starke Rückhalt, der uns ein ums andere Mal Spiele gewann und sich somit nahtlos in die gute Leistung der anderen einfügte. Tobias Rembeck, der an diesem Turnier nicht teilnehmen konnte, aber in den vorherigen seine Klasse unter Beweis stellte, darf hierbei nicht unerwähnt bleiben, denn er kann ohne weiteres von sich behaupten auf Großclubniveau mitspielen zu können.
Trotz des ganzen Lobes, dass sich unsere Jungs aber auch redlich verdient haben, bleibt bei individueller Betrachtung noch eine Menge Arbeit an jedem Einzelnen, und deshalb wünschen wir uns für die Spieler: Nicht zufrieden zu sein, sondern weiter selber an sich zu arbeiten zu wollen.
Außerdem für uns: Mehr Trainingsstunden, es ist immer noch eine Zumutung, welche Trainingsmöglichkeiten wir im Vergleich zu ähnlich hochklassigen Städten und Dörfern haben, und welche Erwartungshaltung trotzdem gestellt wird.
Aber vor allem den Spaß nicht zu verlieren, denn unsere Jungs sind einfach noch zu jung um irgendeinen „Ernst“ in ihr Hobby zu bringen, das kommt noch früh genug auf diese Talente zu.
