U13 beim Internationalen Turnier in Donzdorf (20.12.)
Tomas Zivcic, 04.01.2009
Das zweite große Highlight Turnier dieser Hallenzeit führte unsere Kicker ins schöne Donzdorf. Der Tag begann in aller Herrgottsfrühe, also gegen 5.00 Uhr und endete je nach Rückfahrtsweg um 21.30 Uhr oder noch später. Gelohnt hat es sich allemal, schließlich konnte man schon in der ersten Runde auf Vertreter von 1860 München, 1. FC Köln, Eintracht Braunschweig und dem FT Kuchen treffen, dabei hätte jede Platzierung außer dem letzten Platz zum automatischen Weiterkommen gereicht. Leichter gesagt als getan.
Schon im ersten Spiel gegen die durchaus schlagbaren Vertreter aus Kuchen, brauste unseren Jungs die volle Ladung Engagement und Härte entgegen, die nur auf solchen Turnieren zu finden ist. So landeten einige unserer Jungs schon mal in Eishockeyart in der Bande, und um es vorweg zu nehmen, an diesem Tag beendeten wir keine Begegnung vollzählig bzw. wir konnten nicht einmal jede mit voller Spieleranzahl beginnen. Das Spiel ging trotz guter Chancen mit 0:1 verloren, auch weil es einfach solche Spiele gibt bei denen dir nichts gelingen will. Wenn ein Spieler auf der Torlinie das Gleichgewicht verliert und auf den rollenden Ball fällt, der ohne Fremdeinwirkung und ohne Gegnerkontakt, den die waren alle schon geschlagen, ins Tor gerollt wäre, den Ball dabei mit seinem Hintern stoppt und vornüber rollt, so dass der Ball plötzlich einen Rückwärtsdrall bekommt und doch noch aus dem Tor flutscht, der weiß dass in diesem Spiel einfach nichts zu holen ist.
Hier fing aber schon die interne Knochenarbeit an, den Jungs ihre Fehler aufzuzeigen, sie wieder aufs Spiel zu motivieren, sie dazu zu bringen weiter an die Möglichkeit eines auch sportlichen Erfolges zu glauben und noch einiges mehr. Die Sache wurde durch die nachfolgenden Niederlagen gegen die Münchener und die Kölner nicht einfacher. Beide Male konnten unsere Jungs gute Akzente setzen, aber es zeigte sich, dass wir auf einigen Positionen einfach zu fehlerbehaftet waren und viel zu einfach Tore kassierten. Auch im Angriff fehlte oft das Tempo, die Ruhe am Ball, und die Konzentration und Spannung bis zum Ende der Aktion.
Dennoch feierte man im entscheidenden Aufeinandertreffen gegen die Eintracht aus Braunschweig einen verdienten 4:2 Erfolg, der bis zum Ende erzittert wurde. In diesem Spiel hatten wir das nötig Glück, welches uns in den nächsten beiden Begegnungen aber bitter abgehen sollte.
Nach diesem Erfolg stand man als Vierter der Gruppe in der Zwischenrunde mit dem FC Köln, der Tiroler Auswahl und dem FC Luzern, die es jedes Mal schaffen sich dem Niveau ihres Gegners anzupassen, nur eben mit einer Schippe, manchmal auch nur einem Schippchen mehr an Effektivität. Es ist sagenhaft, wie turniererfahren diese jungen Schweizer Kicker immer wieder auftreten.
Kurzum, gegen die Tiroler Auswahl, die eine überaus harte Gangart hinlegte, wurde der Schalter endlich umgelegt und unsere Jungs nahmen das Tempo des Gegners auf uns spielten zum ersten Mal in diesem Turnier überlegen. Diese Überlegenheit sollte auch noch in den nächsten beiden Spielen bestehen. Wer aber denkt, dass so etwas wie Dominanz und Ballbesitz sich auch gleich auf das Ergebnis hätten auswirken müssen, sah sich bitterlich enttäuscht. Man verlor 0:2 gegen die Auswahl, die sage und schreibe auch nur drei Möglichkeiten besaß und 0:4 gegen den FC Luzern, den man bis zwei Minuten vor Ende am Rande der Niederlage hatte. Am Ende ging man bedient und gebeutelt vom Platz.
Im letzten Spiel traf man erneut auf die Favoriten aus Köln, die bisher ungeschlagen ihre Kreise zogen. Ein Sieg und die Kölner wären unter den besten Vieren gewesen, denn nur die Gruppensieger und der beste Gruppenzweite hätten sich im Halbfinale wiedergefunden, für alle anderen Teams hieß es Koffer packen. Unsere Jungs setzten in dieser Partie konsequent ihre Linie, die sie in den vorherigen Begegnungen angedeutet hatten, um. Am Ende stand ein 4:0 Erfolg unserer Kicker auf der Anzeigentafel, der den Turnierverlauf etwas auf den Kopf stellte.
Den Sieg richtig einordnen lernen
Im Endeffekt bezahlten unsere Jungs sehr viel Lehrgeld an diesem Tag, aber, und das ist der Unterschied zu vielen anderen Teams, sie lernen daraus. Schon innerhalb des Turnieres waren kleine Babyschritte in die richtige Richtung zu erkennen, wobei Rückfälle in den nächsten Wochen und Monaten immer dazugehören zur Entwicklung. Unsere Jungs sind, und das hat auch der Auftritt beim Hallenmasters in Bruck gegen Schalke gezeigt, wenn sie sich vollends konzentrieren und alle ihre Fähigkeiten abrufen können in der Lage, gegen einen hochklassigen jahrgangsgleichen Gegner in zehn Minuten zu bestehen. Dies gelingt aber nur, wenn die gegnerischen Kids ihrerseits nicht voll konzentriert spielen. Unsere Jungs werden auf diesem Niveau spielerisch mithalten können, aber sie werden im Normalfall immer verlieren und wenn sie selber einen schlechten Tag haben auch versohlt werden. Mehr ist in diesem Winter nicht drinnen, vom Ergebnis wohlgemerkt, da die Jungs noch so viel am Ball lernen müssen, und es einfach noch Versäumnisse gibt aus den letzten Jahren, die man nicht einfach rausbekommt aus den Kindern.
Großclub ist nicht gleich Großclub
Eine Sache, die man als Elternteil hervorragend bei solchen Turnieren sehen kann und bei denen man sich als Trainer, dem wirklich etwas an den Kindern liegt, nur kopfschüttelnd abwenden kann, ist der eklatante Unterschied auch auf höchster Ausbildungsebene. Da gibt es Musterbeispiele wie den 1.FC Köln. Hier herrscht Ruhe und Geduld von außen, Respekt und natürliche Autorität. Erfolg kommt durch JAHRELANGE AUFEINANDERFOLGENDE Ausbildung, heißt im Klartext, dort ist die Chance, dass ein Junge von der E- Jugend bis zur A-Jugend durchkommt um ein vielfaches größer als bei uns hier in der Gegend. Aber wir sehen auch völligen Humbug. Da gibt es Lizenzvereine, bei denen sich der Trainer vor allem selbst liebt und den Erfolg und die Effizienz über alles stellt. So gab es ein sogenanntes Top Team, das zwar mit zehn Spielern angereist war, aber seit dem dritten Spiel wurden nur fünf Spieler durchgängig eingesetzt, auch hier im Klartext: Da waren fünf Spieler mit dabei, die von 10:00 Uhr Vormittags bis 18:00 Abends, bei fünf weiteren Partien höchstens 2 Minuten gespielt haben, und nebenbei eine Anreise von gut 4-5 Stunden auf sich nehmen mussten. Das ist nicht erklärbar, das ist nicht zu rechtfertigen…
Und das Ende vom Lied, dieses Team verabschiedete sich genau zur selben Zeit wie u.a. der SCF vom Turnier.
Für uns war es aber ein insgesamt immens wichtiger Ausflug, da die Erfahrungen und Erfolge dieses Tages sehr wertvoll für den weiteren Weg der Jungs sind.
