Sport Schule Puch und SCF setzen ganzheitliches Fundament
Tomas Zivcic, 03.11.2008
Seit Oktober diesen Jahres wurde eine großangelegte Kooperation mit der Sportschule Puch gestartet. Insgesamt etwa 120 Kinder, also alle Spieler der U13 bis zur U8, nehmen von SCF Seite daran teil. Damit zählt dieses Projekt zu einem der größten im BLSV Gebiet. Die Kinder trainieren einmal pro Woche in kleinen Gruppen unter fachkundiger Anleitung der Sportschultrainer. Lorenz Westner, Leiter der Sportschule, formuliert das Ziel: „Wir wollen den Heranwachsenden eine ganzheitliche Grundlagenausbildung liefern, die den entwicklungsphysiognomischen Bedürfnissen des jeweiligen Alters entsprechend dem Kind in allen Entwicklungsbereichen gerecht wird, damit es möglichst lange, am besten sein Leben lang, seinen Sport ausführen und sein Talent optimal ausschöpfen kann.“
In der Praxis setzen das Thomas Ritthaler und Daniel Pröbstl um. Thomas Ritthaler, Diplomsportlehrer und Diplom Psychologie baut dabei auf einem abwechslungsreichen Angebot auf, dass von kindgemäßen Kräftigungsübungen über die Schulung aller koordinativen Grundlagen (Gleichgewicht, Orientierungsfähigkeit, Rhythmus und dergleichen) bis hin zu einem gezielten Schnelligkeitstraining reicht. Wichtig ist ihm vor allem, dass die Kinder lernen ihren Körper bewusst einzusetzen und Aufgaben selbstständig zu lösen. Daniel Pröbstl, Schwarzgurtträger im Aikido, kümmert sich im Moment um die U13 Kinder, bei denen er neben Stabilisationsübungen auch eine Grundlagenschulung in Sachen Selbstverteidigung durchführt. Ziele sind neben der richtigen Körperbeherrschung und Körperspannung, auch die Konzentration über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten zu können und darüberhinaus ein gesundes Selbstvertrauen in die eigenen körperlichen Fähigkeiten zu entwickeln.
Mehr ist im Moment aus sportlicher Sicht für einen Amateur-Verein wie den SCF mit seinen begrenzten Platz und Raumkapazitäten nicht möglich anzubieten. Dennoch kann sich das Ausbildungsprogramm, nicht zuletzt wegen der tatkräftigen Unterstützung des Sportschulteams, auch mit größeren Clubs messen. Jetzt ist es noch die Aufgabe, und daran wird in den nächsten Wochen kräftig gearbeitet werden, das sportliche altersübergreifende, aber inhaltlich ineinandergreifende Ausbildungskonzept öffentlich auf der SCF Homepage für jeden ersichtlich zu machen.
Am Ende sei noch auf zwei Großprojekte aufmerksam gemacht, die dann in Richtung ganzheitlicher oder besser umfassender Ausbildung gehen, also die anderen Bereiche des Kindes, wie Schule, Familie und Gesundheit erfassen. Der SCF versucht mit der LMU München ein pädagogisch abgesichertes schulergänzendes Konzept mit auf die Wege zu bringen, dass der Stadt Fürstenfeldbruck und den örtlichen Schulen, vornehmlich mit den beiden Sportreferenten der Stadt, Herrn Raff und Herrn Kainzinger, vorgelegt werden soll. Damit möchte der SCF einen kleinen Beitrag zum Projekt Sportstadt FFB 2012-2015 liefern und hofft in Zusammenarbeit mit den engagierten örtlichen Vereinen eine Grundlage zu schaffen, damit unsere Kinder wieder ihre Freizeit sinnvoll nutzen können. Das Konzept wird, wenn es alle Hürden übersteht, im Januar an die Öffentlichkeit gebracht. Wir hoffen dann natürlich auch auf ein breites Interesse und Unterstützung, da die öffentlichen Mühlen manchmal die Tendenz haben solche Konzepte auf die lange Bank zu schieben, wo sie keinem mehr nutzen.
Das zweite große Vorhaben läuft unter dem Stichwort „Ausbildungsoffensive FFB“. Der SCF würde allen Fußballvereinen anbieten, ihre Trainer in mehreren Lehrgängen mit dem SCF Ausbildungskonzept F bis E vertraut zu machen. Diese Lehrgänge wären kostenfrei und würden bei den einzelnen Vereinen auch vor Ort durchgeführt werden. Ziele sind vornehmlich erst einmal die Kluft zwischen den einzelnen Brucker Landkreisvereinen wieder etwas zu schließen und den Einzelnen wieder die Stärke unseres Landkreises vor Augen zu führen. Hinter diesem etwas martialischen Satz verbirgt sich die einfache Tatsache, dass wir zu einem der bevölkerungsstärksten bzw. dichtesten Landkreise bayernweit, wenn nicht gar deutschlandweit zählen und es schade ist, das uns Vereinsmeiereien und persönliche Graben- und Neidkämpfe meist von einer zielgerichteten kindgerechten Ausbildung entfernen. Weiterhin wollen wir natürlich unsere Erfahrungen weitergeben, über neueste Entwicklungen im Jugendbereich berichten, aber auch aus dem Erfahrungsschatz der anderen Vereine etwas mitnehmen. Ziel ist es, dass alle teilnehmenden Vereine auch nachhaltig profitieren und sich ausbildungstechnisch, sowie von der Ligen Zugehörigkeit dauerhaft etablieren.
