U13 mit Kantersieg gegen das „Talentförderzentrum“
Daniel Rohn, 08.10.2008
Mit einem für die BOL untypisch hohem 8:2 Erfolg setzte sich unsere U13 in ihrem dritten Liga-Spiel gegen TaF Glonntal durch. Mit 16 Toren in nur drei Ligaspielen haben die jungen SCF'ler nunmehr bereits doppelt soviele Tore erzielt wie der Rest der Liga, womit die Jungs auf eindrucksvolle Weise demonstrierten, wie wir uns in der Mannschaft Fußball vorstellen.
Es spielten:
Lukas - Ochsi, Panos, Denis (Valli), Patrick M., Albi (Alex), Dominik, Marco, Thomas, Fabio (Michi K.), Faris
Tore:
01. Min - 1:0 - Thomas (Patti)
06. Min - 2:0 - Marco (Ochsi)
14. Min - 3:0 - Marco
17. Min - 4:0 - Valli (Patti)
22. Min - 5:0 - Thomas (Freistoß)
29. Min - 5:1 - TaF Glonntal
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42. Min - 6:1 - Ochsi
47. Min - 7:1 - Domi (Marco)
51. Min - 8:1 - Faris (Domi)
57. Min - 8:2 - TaF Glonntal
1. Halbzeit (5:1)
Schon von Beginn an zeigten unsere Jungs, dass die Offensive nicht nur ein Mannschaftsteil ist, sondern eine Grundeinstellung, die alle unsere Jungs verinnerlicht haben. So standen zu jedem Zeitpunkt elf Offensivspieler bei uns auf dem Platz, angefangen beim Torwart und vor allem unserer Abwehrreihe, die sich nicht damit begnügt, den Gegner vom Ball zu trennen, sondern immer wieder durch intelligente Pässe und trickreiche Dribblings Offensivaktionen einleitet. So war es wenig verwunderlich, dass mit Patrick Möhl unser Mann vor der Abwehr durch eine sehenswerte Einzelaktion und einen anschließenden cleveren Pass den ersten Treffer einleitete, bei dem Thomas wenig Mühe hatte, den Ball am gegnerischen Torhüter vorzuschieben. 50 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt gespielt.
Den frühen Führungstreffer nahmen die Jungs allerdings keineswegs als Anlass Druck aus der Partie zu nehmen, sie stürmten munter weiter, auch weil der Gegner meist einen Schritt zu spät war, und dem Spielgerät angesichts des vorherrschenden Tempos nur erstaunt nachsehen konnte. Ähnlich hoch wie das Spieltempo war unsere Trefferquote. Nach sechs Minuten besorgte Marco nach Vorarbeit von unserem Ochsi das 2:0, in der 14. Minute legte er mit seinem Treffer zum 3:0 nach. Drei Minuten später war Valli nach schöner Vorarbeit von Patti zur Stelle, bis Thomas in der 22. Minute mit einem Freistoß, den der Keeper nicht unter Kontrolle bringen konnte, das zwischenzeitliche 5:0 besorgte. Der Treffer zum 5:1 für die Glonntaler kurz vor dem Halbzeitpfiff änderte wenig an der Dominanz unserer Jungs.
2. Halbzeit (8:2)
Wie die Pausenansprache beim Gegner aussah, ist mir nicht übermittelt. Für die gegnerischen Spieler hoffe ich nur, es fiel gemäßigter aus als jenes, was am Spielfeldrand zu hören war. Dennoch begannen die Glonntaler die zweite Halbzeit mutiger als die erste, vor allem, weil wir das zuließen. Drei Wechsel hatte es zur Halbzeit gegeben, was aber nicht der Grund sein darf, dass wir dem Gegner nun streckenweise den Raum zum Spielen gönnten, den wir unseren eigenen Mitspielern selbst im Training nicht geben. Erst als die Räume wieder enger wurden, der Gegner am Ball wieder attackiert wurde, kamen die Glonntaler wieder in Bedrängnis, das Spielgeschehen verlagerte sich wieder dort hin, wo wir es sehen wollen: in die gegnerische Hälfte.
Ochsi, Dominik und Faris besorgten die Treffer zum 8:1, der zweite Ehrentreffer für die Glonntaler, den wir unnötigerweise her geschenkt haben, fiel erneut kurz vor Ende der Halbzeit. Letztlich haben sich unsere Jungs selbst belohnt für ihren gnadenlos offensiven und vor allem spielbestimmenden Fußball, auch über ein zweistelliges Ergebnis hätte sich der Gegner kaum beschweren können, doch dazu müssen wir vor dem Tor lernen, beide Füße einzusetzen, die Chancen dies zu lernen, waren zahlreich vorhanden. Gegen ein zu jeder Zeit und in so gut wie jeder Situation überforderten Gegner, der weder individuell und schon gar nicht im Kollektiv ein Mittel wusste, hatten unsere Jungs mit ihren technischen Qualitäten unter dem Strich ein leichtes Spiel.
Ein paar Gedanken zum Spiel...
Die Sache mit dem zweistärksten Fuß.
Auch nach einem Tag Abstand zum Spiel kämpft man als Trainer mit zwei völlig unterschiedlichen Gemütslagen. Auf der einen Seite steht natürlich die Freude über die vielen gelungenen Aktionen und richtig sehenswerten technischen sowie spielerischen Momente, auf der anderen Seite der Ärger, dass trotz bequemer Führung und wenig Gegendruck immer noch die meisten Aktionen mit dem „sicheren" starken Fuß gelöst wurden, und nicht mit dem zweitstärksten.
Was heißt eigentlich Talentförderung?
Alle Gedanken zum Spiel werden überschattet von diesem bitteren Nachgeschmack, diesem ungläubigen Zweifel, dieser bohrenden Frage: Das ist also ein Talentförderzentrum?
Beim SCF stehen zu jeder Zeit elf Angreifer auf dem Feld, hierzu gehört neben der nötigen Technik, Körpergefühl- und Spannung auch die Risikobereitschaft und die Mentalität dazu immer die Initiative ergreifen zu wollen. Die Jungs werden in dieser Mentalität, in dieser Philosophie erzogen, es gibt eine Struktur, einen Lehrplan, wenn man so will. Es gibt Altersbedingte Kontrollziele auf die hingearbeitet wird, und an denen die Trainer anstatt am Tabellenstand gemessen werden. Die persönliche Entwicklung des Individuums steht dabei im Vordergrund. Nichts von alledem war bei unserem Gegner zu erkennen, also was ist es, was ein Talentförderzentrum ausmacht, eine gut gepflegte Internetseite oder eine tolle Pressearbeit? Ist denn über Ausbildung zu Reden schon das gleiche wie auszubilden? Der Sieg war also weder überraschend noch in der Höhe unverdient, sondern nur folgerichtig, wenn man die Ausbildungsphilosophien und Wege beider Teams vergleicht.
Damit soll es aber auch genug sein, die Thematik ist viel zu traurig und viel zu ernst, aber es ärgert einen einfach, dass dem SCF immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, wenn es darum geht endlich die Anerkennung für nun schon jahrelange harte Ausbildungsarbeit zu ernten. Stattdessen wird einem aus politischen Gründen der Status eines Leistungszentrums verwehrt, während sich andere aus den gleichen politischen Gründen so darstellen dürfen. Die Kinder bleiben dabei immer auf der Strecke, aber auch das scheint keinen Verantwortlichen zu stören.
Quelle:Tomas Zivcic & Daniel Rohn
