Über das Spielen zum Spiel finden - U13 gewinnt Auftakt
Tomas Zivcic, 21.09.2008
Die U13 startete mit einem 5:2 (4:2) Erfolg über die Gäste aus Ismaning in die neue BOL Saison (siehe Bericht). Marco Ecker (3) und Dominik Widemann (2) waren für die SCF Truppe erfolgreich, die in der zweiten Halbzeit durch die harte Gangart des Gegners zeitweise nur noch zu 10 auf dem Felde stand. Dabei stand über die ganze Partie hinweg, auch nach zweimaligem Rückstand, die spielerische Überlegenheit der SCF Jungs nie in Frage.
Bei unseren Jungs offenbarten sich besonders im individuellen Bereich noch einige Schwächen, an denen sich aber weiterarbeiten lässt. So verloren sie oft den Ball, da ihnen die Entscheidungsschnelligkeit fehlte und der Gegner die Zeit hatte verlorenen Situationen wieder zu klären. Wir wollen trotzdem darauf hinweisen, dass es nicht daran liegt, dass unsere Jungs zu viel ‚Dribbeln‘. Das Spiel wäre absolut verloren gegangen und hätte keinem Jungen was gebracht, wenn wir dauernd geschrien hätten ‚jetzt spiel doch ab‘, die Einzelaktionen und die individuelle Klasse am Ball haben uns den Sieg und einige wirklich schöne Aktionen beschert. Das Problem liegt nur einfach daran, dass in der Vergangenheit die beidbeinige Nutzung auch in Stresssituationen wie dem Punktspiel nicht forciert (im Gegenteil, die Jungs dafür sogar noch geschimpft) wurden und die Jungs deshalb noch manche Blockaden haben, sowie die grundsätzlich Fähigkeit nicht entwickelt wurde, wie oben erwähnt die Anschlussaktion im angebrachten Tempo auszuführen. Das ist aber reine Trainingssache und wird abgestellt werden.
Im Kollektiv heißt es den Jungs noch das Gefühl für Kompaktheit zu vermitteln, und aus dieser Grundeinstellung dann sukzessiv die vielen Stellungs- und Verhaltensfehler in einzelnen Aktionen zu erklären.
Eine große Besorgnis stellt sich aber schon nach dem ersten Spieltag ein. Viele scheinen noch immer diese höchste Liga im D-Juniorenbereich mit einer Art ‚Bundesliga‘ für 13 Jährige gleichzustellen. So sind wir sicherlich keine absoluten Vertreter des körperlosen Spieles, auch wenn eigentlich alle defensiven Situationen im Kollektiv und mit guter Koordination auch fair gelöst werden könnten, doch wir sprechen hier nicht über Einsatz, sondern über Härte. Viele Kinder in dem Alter verstehen nun mal nicht, wenn man ihnen erklärt sie sollen ihren Körper ‚reinstellen‘ oder ‚dazwischen tun‘, faktisch passiert bei übermotivierten Jungs immer dasselbe, sie rammen ihren Körper mit aller Gewalt in den passierenden Gegner. Da der Schiedsrichter, bei uns der umsichtig pfeifende Walter Pohl, aber nicht ständig den Spielfluss unterbrechen will und den Kindern eigentlich ihren Fußballspaß gönnen will, summieren sich durchgelassene Fouls am Fließband und treiben die Aggression beiderseits in die Höhe. Denn die Jungs sind in einem Alter, in dem sie alle Grenzen ausloten, die man ihnen gibt. So finden wir dann auch die Nutzung der Ellenbogen bei jedem Tackling, es wird in die Hacken gestiegen und mit langem Bein und Flugeinlage gegrätscht.
Man soll das jetzt nicht falsch verstehen, unsere Burschen sind auch keine Kinder von Traurigkeit und können sich adäquat wehren, sie haben das ‚Dagegenhalten‘ schon drauf, dass aber, und finden wir finden hier sicher Zuspruch bei jedem, der sich wirklich um die fußballerische Zukunft der Kinder kümmert, ist nicht Sinn des Ausbildungsabschnittes D-Junioren und kann auch nicht der Sinn einer Bezirksoberliga sein. Das goldenen Lernalter für technische und koordinative Perfektion für stupide Kopien eines Erwachsentrainings und –Spiels zu opfern ist fahrlässig und schadet den Jungen dauerhaft und nachhaltig. Wir hoffen, dass man in der Liga den Konsens sucht und findet, nicht über den Kampf ins Spiel zu kommen, sondern über das Spielen, denn das ist es was wirklich wichtig ist.
Quelle:Tomas Zivcic
