BuBs: Die SCF Ball- und Bewegungsschule
Tomas Zivcic, 19.07.2011
Alles auf einen Blick
Die SCF Ball- und Bewegungsschule (BuBS) wendet sich an alle Kinder, also Jungen und Mädchen ab vier Jahren, die Spaß an der Bewegung und Freude am gemeinsamen Spiel haben.
Das Training findet unter fachkundiger Leitung statt.
Die Ball und Bewegungsschule betont den familiären und gemeinschaftlichen Aspekt eines Vereins:
Die Jüngsten und die „Ältesten“ arbeiten zusammen mit Eltern und Jugendtrainern zum Wohle unseres Nachwuchses
An dieser Stelle ein großes Dankeschön zum Einen an Frau Fackelmann, die schon letzte Woche aus eigenem Antrieb heraus begonnen hat organisatorisch die Fäden in die Hand zu nehmen und zum anderen an Herrn Hans Hahn und Herrn Sigfried Metzger, die sich nach jahrzehntelangem ehrenamtlichen Engagement noch immer für den Verein interessieren und damit „gelebtes Vereinsinteresse“ in Reinform demonstrieren.
Die BuBS-Trainingszeiten:
Dienstag 17:00 – 18:30 Uhr Trainer: Edit Besirovic
Donnerstag 16:00 – 17:30 Uhr Trainer: Hans Hahn, Siegfried Metzger
Die neue „BuBS“ Anlaufstelle
Für alle Anfragen und Neuanmeldungen gibt es ab sofort eine offizielle E-Mail Adresse:
ballschule@scffb.de
Hier können sie sich an Tomas Zivcic jederzeit mit Ihren Fragen und Wünschen, Anregungen und Kritiken, Anmeldungen und Abmeldungen wenden.
Außerdem wird Tomas Zivcic jeden Dienstag gegen 17:00 beim SCF Klosterstr. 2 (also beim SCF Gelände) sein, falls sie ein persönliches Gespräch wollen.
Monatliche Kosten der "BuBs"
Die Kinder bekommen im Monat bis zu acht Trainingseinheiten für den beim SCF normalen Kleinfeldspartenbeitrag von 15 € / Monat.
...und jetzt für die Interessierten...
Dieser Artikel beschäftigt sich mit einem der wichtigsten Projekte der nächsten Jahre. Seit zwei Jahren „läuft“ zwar die SCF „Ball und Bewegungsschule“, doch bisher war es nicht möglich ihr den nötigen Stellenwert einzuräumen.
Deshalb will die Jugendleitung hiermit ausführlich die Pläne der nächsten Zeit und die große Zielrichtung der "BuBs" vorgeben und somit nachvollziehbar machen.
Grundlegende Konzeption: Heidelberger Ballschule und andere problematische Ansätze
Bei der Gründung haben wir uns zuallererst mit dem Gedanken beschäftigt ein Kooperationsprojekt mit der Heidelberger Ballschule einzugehen. Schnell stießen wir auf die erste Hürde, als sich die Heidelberger Ballschule als eine Franchise Einrichtung der Universität mit knallharten Vorgaben und Verpflichtungen entpuppte, die für einen der Gemeinnützigkeit verpflichteten Verein nicht zu stemmen sind.
Darüberhinaus setzten wir uns aber auch wissenschaftstheoretisch und praktisch mit der Thematik „Grundlegende Einführung in den Sport für Kinder ab vier Jahren“ auseinander. Am stand Ende fest, dass die Herangehensweise der Heidelberger Ballschule für unsere Art Kinder auszubilden sogar kontraproduktiv ist.
Neben der schon anfangs erwähnten, rein gewinnorientierten Franchise-Art der „Ballschule“, stießen uns besonders drei Sachverhalte negativ auf:
Schulunterricht ohne Turnen
Der Theoretische Ansatz der „Ballschule“ zielt einzig und allein auf die Entwicklung koordinativer Fähigkeiten mit dem Spielgerät Ball hin. Der komplette konditionelle Bereich ist dabei nicht beachtet. Das führt in der Praxis dazu, dass alle turnerischen und gymnastischen Elemente wegfallen. Hinzu wird die spielerische Bewegungsschulung (darunter vor allem die Laufkoordination), Kraftschulung, Dehnfähigkeit und Ausdauerschulung vernachlässigt. Am Ende erhalten sie praktisch einen normalen Schulsportunterricht ohne Turnen.
Für uns war es konzeptionell nicht zu rechtfertigen, dass man über 30 € im Monat verlangt für eine „Ausbildung“, die nicht den kompletten Bewegungsapparat umfasst.
Heile Welt Wettkämpfe
Immer nur unentschieden. Alle Trainer einer Ballschule sind dazu angehalten jedem das Gefühl zu geben er sein ein Gewinner, schön, aber das zu erreichen, indem man niemanden in einer Spielform gewinnen und niemanden verlieren lässt, ist unserer Ansicht nach mehr als problematisch. Man konstruiert ständig Unentschieden.
Dieser Umstand ist natürlich verständlich, wenn man bedenkt, dass dahinter eben auch Franchise-Interessen stecken.
Das ist aber nicht der Ansatz einer sinnvollen talentorientierten Ausbildung, sondern es gibt Gewinnen und Verlieren, man ist mal da - mal dort und man muss das akzeptieren und damit umgehen lernen. Die Kinder sollen frühzeitig den Unterschied zwischen guten und schlechten Gewinnern und Verlierern kennen. Man sollte nur den Druck herausnehmen und den alleinigen Fokus vom Ergebnis weg auf die Fähigkeiten und das Können lenken, dass wäre der SCF Ansatz, den wir seit unserer Neuorientierung im Kleinfeld haben wollen.
Den Kindern ihren natürlichen Wettkampfdrang und auch spielerischen gesunden Ehrgeiz zu nehmen, finden wir falsch.
Für die praktische Entwicklung entsteht daraus auch ein ernstzunehmender Vorwurf:
Bisher wurde durch den „Heidelberger Ballschul“-Ansatz kein Talent so entwickelt, dass es bei uns in einen Leistungsbereich hineingekommen ist.
Theoriekritik
Beim SCF können sie sich das sportpädagogische Konzept als ein fertiges Puzzlebild vorstellen, dass wir zerlegen und dann systematisch wieder aufbauen, also die Ränder zuerst, dann die ersten Strukturen etc. Wir haben also das fertige Bild vor Augen und wissen, wann wir was wieso beibringen.
Bei der Heidelberger Ballschule ist es eher wie ein Karton voller Puzzleteile aus verschiedenen Puzzles. Sie wissen während der gesamten Arbeit nicht wirklich auf welches Bild sie hinaus wollen, oder ob daraus etwas entstehen kann. Man baut ins Blaue hinein und manchmal muss man etwas passend machen was nicht zusammenpasst, um Lücken zu schließen. Kurzum, die Theorie wurde noch in keinster Weise in der Realität bewiesen, eher sogar widerlegt.
Das ist auch einer der Hauptgründe, dass professionelle Ausbildungszentren aller Sportarten einen Bogen darum machen, obwohl gerade die es sich leisten könnten.
Unser Ansatz – Tradition mit Innovation
Wenn man andere kritisiert, muss man natürlich auch sagen, was man selber besser macht.
Wir fördern ebenfalls die koordinativen Grundlagen, diese sind bei uns aber weiter gefächert und umfassen auch turnerische und gymnastische Elemente..:
…und ganz entscheidend:
Wir sind mit unserem sportpädagogischen Konzept in der Tradition des Sportunterrichtes verankert. Es ist peinlich, wenn man sich immer hinstellt, als hätte man das Rad gerade neu erfunden und beginnt gekünstelt Abläufe zu zerlegen: Warum muss ich Zielwerfen, Zielwerfen auf bewegte Gegenstände, Zielwerfen aus der Bewegung auf ruhende, Zielwerfen aus der Bewegung auf bewegte Ziele usw. in eine Methodische Reihe bringen?
Lasst die Kinder Abwerfen spielen und sich dabei austoben, so wie wir es alle früher gemacht haben. Das einzige, was zu beachten ist: Eine faire Gruppenzusammenstellung und Hilfestellung bei Kleineren und Unerfahrenen, damit sie auch Erfolgserlebnisse haben.
Zum inhaltlichen Programm:
Wir orientieren uns hierbei an unseren vier klassischen didaktischen Feldern:
Handlungsschnelligkeit
Hierunter fallen allerlei Reaktions- und Orientierungsspiele (z.B. Schwarz-Weiß-Fangspiele, das italienische Viereck), aber auch Spiele für die geistige Vernetzung (z.B. Life Kinetik mit und ohne Ball).
Körpergefühl
Hierin fallen alle gymnastischen und turnerischen Übungen, Rauf-Fang-Geschicklichkeitsspiele, aber auch eine Laufschule (Schrittfrequentierung), sowie die Grundlagen im Seilspringen, Gleichgewichtsübungen und natürlich jede Menge Parcours.
Ballgefühl
Hier fällt das normale SCF Training mit Ball, aber auch der Umgang mit anderem Sportgerät wie der klassische 4er Ball Wettkampf (Handball, Fußball, Basketball, Hockey). Natürlich zählt hierzu auch das Erlernen von Fußballtechniken mit anderen Bällen (Tennisball, Gummiball).
Spielintelligenz
Wird durch verschiedene Spielformen mit unterschiedlicher Aufgabenstellung, verstellbarem Schwierigkeitsgrad, alternativen Lösungsmöglichkeiten und ständigem Coachen (Hilfestellung, Aufforderung zum eigenen Problemlösen etc.) nach dem SCF Konzept geschult.
Der pädagogische Ansatz
Wir wollen eine kindgerechte, druckfreie und spielerische Umgebung kreieren, damit sich Lernfortschritte am besten einstellen:
Nur ein Kind, dessen intrinsische Motivation an Bewegung, dem eigenen Körper und dem Spiel mit Objekten aller Art optimal und ohne Einschränkung gefördert wird, investiert die nötige Übungszeit, um später alle Grundlagen zu beherrschen, seinen Sport gesund und intensiv betreiben zu können.
Langsam und richtig – Die nächsten Schritte
Zuerst gilt es aber die „BuBS“ auf gesunde Füße zu stellen. Aus diesem Grund freut sich die SCF Jugendabteilung, dass es aus den elterlichen Reihen schon mehrere Hilfsangebote gibt, die wir gerne annehmen. Außerdem wird für September noch ein zweiter Trainer für die Dienstagsgruppe gestellt, damit man eventuelle Ausfälle kompensieren kann.
Das Wunschziel für die kommende Saison ist es zweifelsohne die Kinder der „BuBs“ näher an den Verein zu führen, ihnen Weihnachtsfeiern und Ausflüge zu ermöglichen, also alles, was ein geregeltes Vereinsleben nun einmal so ausmacht.
