U17 gewinnt Schlammschlacht
Tomas Zivcic, 29.03.2011
Geschafft! Die erste große Hürde in der Rückrunde wurde am vergangenen Sonntag erfolgreich genommen. Die B-Junioren des SCF konnten im Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten ihren Vorsprung wieder auf acht Zähler ausbauen.
Der Spielbericht
Ein Riesenschritt in Richtung Landesliga ist geschafft
Nachbetrachtung
Wer sich am Sonntag die Zeit nahm bei Dauerregen zum Trainingsplatz Eins zu pilgern, wurde dort mit einem richtig ansehnlichen Fußballspiel belohnt. Den spielenden Akteuren kann man von Trainerseite nur Respekt zollen. Der Gegner war erwartet stark und bot eine 95er Truppe auf, die einem NLZ würdig war. Bei uns musste jeder Akteur an seine Grenzen gehen, um dieses Ergebnis auch zu erreichen, und das taten alle.
Felix Thiel blieb ruhig und sicher, und wenn es wirklich brenzlig wurde, reagierte er großartig. Die beiden Innenverteider Dominik Friesenegger und Assad Nouhoum sind in Ruhe und Abgeklärtheit nicht zu toppen, sicher im Spielaufbau und sehr stark im defensiven 1:1. Auf den Außenbahnen haben Felix Mayer und Oliver Krüger eine defensiv einwandfreie Rolle gespielt und immer wieder mit ihren Offensivaktionen für Torgefahr gesorgt. Burak Yilmaz und Robert Glatzel erfüllen im Zentrum eine taktisch und körperlich sehr anspruchsvolle Aufgabe nahezu fehlerfrei und ausdauernd, und Matthias Streun überzeugt ein ums andere Mal durch seine Fähigkeiten in der Ballbehandlung und der Balleroberung. Die drei aufgestellten Stürmer sind an Laufbereitschaft, Technik und Cleverness zum besten Einzuordnen, Baci Ranftl, Patrick Neser und Cihan Gündogdu erwiesen sich über die gesamte Spielzeit als ständige Unruheherde.
Ein Team aus 19 Akteuren
Die U17 besteht aus 19 Akteuren.
Jeder dieser Spieler würde bei anderen BOL- oder Landesliga-Teams in einer Startaufstellung stehen, viele sogar bei einem NLZ in der gleichen Altersstufe an die Reihe kommen. Jeder dieser Spieler hat eine gute bis sehr gute Entwicklung in den athletischen und positionsspezifischen Trainingsfeldern genommen und durch seine Trainingsbeteiligung dazu beigetragen, dass wir ein stetig hohes Niveau in jeder TE haben.
Wir sind uns dieser individuellen Qualität bewusst. Einem einzelnen Spieler das jedoch immer wieder vor Augen zu führen, der nicht im Kader ist oder nur wenige Minuten spielt wird immer eine schwere Aufgabe sein. Da wir strukturiert Fußball spielen und sich Abläufe auf einzelnen Positionen einspielen müssen ist ein Vorbeikommen an den ersten Elf aber eine sehr große Hürde.
Die Hinrunde hat jedoch gezeigt, dass die Geduldigen immer belohnt werden. Wie wir den Jungs ebenfalls schon in Einzelgesprächen aber auch in Mannschaftsbesprechungen mitgeteilt haben, wird keiner „übersehen“ und keiner „zurückgestellt“. Bis jetzt hat jeder Akteur mindestens einmal in einer Startaufstellung gestanden.
Wir halten, wie in den letzten Jahren, unsere Versprechen und werden behutsam dort rotieren, wo sich Rotationen durch gezeigte Trainingsleistungen und Beteiligungen anbieten.
Fairplay hochgehalten
Beim SV Wacker Burghausen standen durchweg 95er auf dem Feld. Zwar waren einige 95er dabei, die ansonsten nur in der U17 Bayernliga trainieren und spielen, aber das ist nun mal der legitime Vorteil eines Nachwuchsleistungszentrums.
Wir wollen uns an dieser Stelle für die Fairness bei den Trainern und Verantwortlichen des SV Wacker Burghausen bedanken. Denn wir wissen, dass sie die Möglichkeiten gehabt hätten sich in diesem Spiel, zwar statutenkonforme, aber eben sportlich unfaire Vorteile zu verschaffen.
Das Märchen vom „Wir sind schon durch“
Acht Punkte Vorsprung und gegen die ärgsten Verfolger immer „Heimvorteil“. Was soll da schon schiefgehen? Die Gegenfrage: Welcher Heimvorteil?
Wir haben am Wochenende leichtfertig unseren Vorteil aufs Spiel gesetzt. Wir spielen auf Ballbesitz und unsere Jungs verkörpern diesen Stil, der hohe Ansprüche an das Positionsverhalten sowie die 1:1 Dominanz stellt, unwahrscheinlich gut. Aber wir spielen jedem Team in die Hände, dass nur darauf aus ist unseren Fußball zu zerstören und sich hinten einzuigeln. Wir können von Glück reden, dass wir auf ein Wacker Burghausen getroffen sind, die für die Ausbildung ihrer Jungs das einzig richtige gemacht haben, nämlich gut mitzuspielen.
Jedes Spiel, bei dem wir uns auf den Zufall verlassen mussten, bei dem Kampf und Einsatz vor Technik und Positionsspiel standen, wurde bisher nicht gewonnen. Wir finden auf jedem auswärtigen Platz bessere Bedingungen vor als Daheim. Das ist für uns und unsere Ausbildung kein Vorteil.
