U17 entführt drei Punkte aus Ingolstadt
Tomas Zivcic, 22.09.2010
Auch gegen den Bundesliganachwuchs vom FC Ingolstadt konnten unsere Schützlinge am vergangenen Wochenende bestehen. Dabei wurde streckenweise ansehnlicher Offensivfußball gezeigt. Dennoch war der Sieg am Ende wiedermal ein hartes Stück Arbeit, geschenkt wurde den Jungs bisher nichts.
Das Spiel in Kürze
Unsere Jungs präsentierten sich erneut einen Tick besser im Aufbauspiel und sehr sicher im Spiel nach Vorne, nur in der letzten Zone des Spiels wurden Probleme oftmals intuitiv gelöst, anstatt gelernte Automatismen einzusetzen. So konnten unsere Angriffsreihe gleich in den ersten Minuten zu einigen ansehnlichen Chancen kommen, vergab diese aber alle. In einem der Gegenzüge konnten die immer gefährlichen Ingolstädter auf der Seite durchbrechen und die Hereingabe fand den Fuß eines heimischen Stürmers. Dessen Schuss wurde auf der Linie zwar aufgehalten, doch der Schiedsrichter entschied dabei auf Handspiel. So musste der SCF in der 7. Minute wieder einem Rückstand hinterherlaufen.
Unsere Jungs kontrollierten das Spiel weiterhin und versuchten sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Nach einer weiten Flanke von Oliver Krüger war es dann endlich so weit: Sebastian Ranftl stand da, wo ein Mittelstürmer stehen muss und köpfte den Ball hinter die Linie. In der 32. Minute setzte sich Jonas Einloft am Sechzehner durch und verwandelte mit einem wuchtigen Schuss zur verdienten 2:1 Pausenführung.
Doch die zweite Halbzeit sollte noch einiges an Hektik bringen. Das lag vor allem daran, dass die Ingolstädter als Lizenzclub auf gesichtete Spieler zurückgreifen können, die für ihr Alter unglaublich weit und effektiv im Spiel sind. Bei Ingolstadt stehen 95er auf dem Felde mit dem Format eines A-Jugend Innenverteidigers und der Schnelligkeit eines 100 Meter Sprinters. Solche Jungs sind selbst von unsere durchweg schnellen Außen kaum alleine zu stellen. Doch die Zusammenarbeit funktionierte über weite Strecken und so konnten die individuell sehr dynamischen Gastgeber insgesamt gut im Zaum gehalten werden. Bis auf die 71. Minute, in der einer der wenigen Durchbrüche auch belohnt wurde.
Genau jetzt zeigte sich, was im Trainingslager schon angedeutet wurde: Das Team funktioniert. Gleich nach dem Anstoß gelang es durch einen weiten Ball Patrick Neser freizuspielen. Der ließ sich nicht lange bitten und erzielte erneut den vielumjubelten Siegtreffer.
Kommentar
Die Viererkette überzeugt im Stellungsspiel, die zentralen Akteure durch Kreativität und Technik, die Stürmer treffen, das Team funktioniert. Dennoch muss man aus diesem Spiel einen Spieler noch einmal hervorheben.
Ein zentraler Punkt, der bei diesem Spiel sicherlich zum Siege beigetragen hat, war die Tatsache, dass Burak Yilmaz auf der „6“ eine überragende Rolle gespielt hat. Er versprüht nicht Ruhe am Ball, er IST Ruhe am Ball. Beidbeinig, leichtfüßig, trickreich, dynamisch und mit großer Übersicht gesegnet. Wenn unsere Lizenzvereine mehr Wert auf Ballbesitz und Positionsspiel legen würden, wie es im modernen Fußball übrig ist und nicht allein auf Dynamik und Kraft, dann kämen sie an Burak Yilmaz nicht vorbei.
Die Schwierigkeiten mit dem Aufstieg
Es gibt einen Grund, warum die Lizenzvereine alles dafür tun, damit ihre zweiten Mannschaften nicht absteigen: Aufstiege sind nicht planbar! Die Konstellation in der diesjährigen U17 BOL zeigt dies wiederum. Egal wie viel der SV Wacker Burghausen und der FC Ingolstadt investieren, einer von beiden wird nicht Aufsteigen können, da es nur einen Aufstiegsplatz gibt und somit ist eins der beiden Teams zu einer Extrarunde in der BOL verdammt. Hinzu kommt, dass immer wieder starke Amateurteams mit auf den Plan treten, dieses Mal dürfen wir uns hinzuzählen, welche dann die Liga ebenfalls durcheinanderbringen. Um weiterhin oben mitzuspielen ist man also zum Siegen verdammt.
Alle schönen und hart erarbeiteten bisherigen Siege, alle erzitterten Minuten und all der Schweiß der geflossen ist, sind hinfällig, wenn man im nächsten Spiel gegen den TSV Milbertshofen und danach gegen die SpVgg Altenerding vermeintlich leichte Punkte liegen lässt. Denn der FC Ingolstadt und die Wacker Burghausen werden nicht viele Punkte mehr abgeben, dafür sind diese Teams zu stark besetzt.
Zu unserem nächsten Gegner ist ebenfalls noch etwas anzumerken. Der TSV Milbertshofen startet traditionell schlecht aus der Sommerpause. Viele Jugendliche mit Migranten Hintergrund sind während der gesamten Ferien im Urlaub, ebenfalls fällt die Fastenzeit genau in die Vorbereitung, somit ist dieses Team die ersten zwei bis drei Wochen nicht fit. „Glücklicherweise“ sind genau zum jetzigen Zeitpunkt ALLE Spieler wieder da und seit zwei Wochen auch ohne Beeinträchtigung im Training.
Wir werden also am nächsten Sonntag das wahre TSV Milbertshofen bei uns erleben.
