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Die SCF "Trainervernetzung"

Tomas Zivcic, 27.07.2010

Die SCF "Trainervernetzung"

Ab der Saison 2010/11 installiert die SCF Jugendabteilung von der U12 bis zur U17 die sogenannte „Trainervernetzung“.

 

Was ist darunter zu verstehen?

Ein kleines und überschaubares Team von Trainern kümmert sich mannschaftsübergreifend um mehrere Teams. Dieses Team setzt sich aus „Kerntrainern“ zusammen, die für die Betreuung der Mannschaft im Training und Spiel zur Verfügung steht und aus „Spezialisten“, die das Athletik und Techniktraining in den Mannschaften übernehmen.

Trotzdem hat jedes Team natürlich einen festen Ansprechpartner, der sich um die Belange der Mannschaft sorgt.

 

Warum ändert man die Art der Besetzung?

Die gängige Formel für die Jugendarbeit ist: Haupttrainer + Co-Trainer + Hohe Liga = Gute Ausbildung. Das kann funktionieren oder auch nicht, die Entwicklung und das Fortkommen der Kinder und Jugendlichen ist zumeist zufällig und von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Außerdem stellt es jeden Verein vor altbekannte strukturelle Schwierigkeiten:

Hier kennen wir die Gluckenbildung. Trainergespanne, die ständig mit ihrer Mannschaft mitgehen möchten, die Eltern und Kinder eng um sich und an sich binden. Der Verein als Ganzes ist da einerlei und nicht selten sind deshalb ganze Jahrgänge verloren gegangen, wenn die Trainer ihre Forderungen nicht durchsetzen konnten.

Doch auch allein die Schwierigkeit jedes noch so kleine Team mit zwei Leuten zu besetzen, stellt einen Verein meist vor unlösbare Aufgaben. Ganz zu schweigen davon, für jedes Team auch qualifizierte Trainer zu bekommen, bei sechs Mannschaften im Großfeld und acht Mannschaften im Kleinfeld, hätte man bei Doppelbesetzung allein 28 Trainer im Boot. Das ist für keinen Amateurverein zu stemmen.

Für uns als Ausbildungsverein ist aber ein gewichtiger Grund, dass wir durch unseren Spartenbeitrag den Eltern und Kindern eine zielgerichtete, anspruchsvolle Ausbildung anbieten und uns dadurch von allen anderen Amateurvereinen abheben. Den „roten Faden“ können wir aber nicht aufrecht erhalten, wenn wir jedes Trainerteam, jeden Trainer isoliert mit seinem Team vor sich hin werkeln lassen.

 

Was sind die Vorteile der „Trainervernetzung“?

Einige der Vorteile sind:

  • Trainer lernen ALLE Kinder kennen und umgekehrt
  • Trainer tauschen sich mannschaftsübergreifend über Inhalte und Kinder untereinander mehr aus
  • Der Verein wird als Ganzes gesehen – nicht nur das Team steht im Fokus, eine längerfristige Aufbauarbeit wird dadurch und, wie die Erfahrung zeigt, nur dadurch ermöglicht
  • Trainerausfälle sind leichter zu kompensieren, Trainer helfen sich stärker gegenseitig
  • Durch eine genaue Trainingsplanung und ständige Absprachen werden die Trainingseinheiten breiter gestreut und die Plätze deshalb besser ausgelastet
  • Trainer sprechen die selbe Sprache und verfolgen dasselbe Ziel
  • Interne Querelen werden auch intern ausgetragen
  • Hierarchieprobleme werden gemindert und das Hierarchiedenken langsam abgelöst
  • Der Übergang von einer Mannschaft zur anderen wird für Trainer, Eltern und Kinder leichter

 

Was sind die Herausforderungen der „Trainervernetzung“?

  • Man braucht qualifizierte Trainer, die in der Lage sind anspruchsvolle Ausbildungsarbeit anhand eines sportpädagogischen Konzeptes durchzuführen
  • Man braucht Trainer, die im Leben stehen und sich nicht durch ihre Trainertätigkeit ständig beweisen müssen
  • Man braucht Trainer, die für die Kinder da sind, den richtigen Abstand einhalten, damit sich das Kind zum Jugendlichen und zum Erwachsenen weiterentwickeln kann
  • Man braucht eine Jugendleitung, die sehr viel Zeit in Planung und Organisation investiert, allein die möglichen Überschneidungen bei Spielen am Wochenende sind im Vorfeld schon zu bereinigen (Spielverlegungen)
  • Man braucht Eltern, die alle Trainer unterstützen und mithelfen hier etwas aufzubauen, dass ihren Kindern nachhaltig bei ihrer Entwicklung hilft

Im Grunde ist es sehr einfach. Die Idee ist nicht neu. Arsen Wenger ist dafür bekannt A-Jugend, zweite und erste Mannschaft zusammenzuführen zu gemeinsamen Trainingseinheiten. Viele Topclubs, und besonders im Ausland auch die hochklassigen Amateurvereine, haben schon eine „Trainervernetzung“ installiert. Die Vorteile überwiegen klar die Nachteile. Warum es dann doch nicht gang und gäbe ist in unserem Umkreis? Weil eben hohe Ansprüche an Trainer, Kinder, Eltern, Jugendleitung, kurzum den gesamten Verein gestellt werden und die nötige Infrastruktur bei manch einem Verein gar nicht vorhanden ist. Wir können das hier umsetzen!

Deshalb ist die Trainervernetzung ein guter Schritt in die richtige Richtung und wir müssen alle mithelfen, dass noch weitere folgen!