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Löwen, Bayern und Geißböcke zu Gast - Blitzturnier der U13

Daniel Rohn, 03.05.2010

Löwen, Bayern und Geißböcke zu Gast - Blitzturnier der U13

Mit ganz unterschiedlichen Erwartungen ging es am 1. Mai ins Blitzturnier im heimischen Stadion. Zu Gast: der FC Bayern, der TSV 1860 München und mit der längsten Anreise der Nachwuchs des 1. FC Köln. Alle drei dürfen sich zu den Top 10 der deutschen Nachwuchsleistungszentren zählen. Gegen alle drei durften unsere Jungs am Maifeiertag antreten. Immer mit dem Ziel, mitzuspielen, und nicht ausschließlich dagegenzuhalten. Gegen die jahrgangsgleichen Lizenzvereine ein bisweilen recht ambitioniertes Ziel, wie die Jungs herausfinden sollten. 

Um vorweg zu greifen. Unsere Jungs haben alle drei Spiele verloren, jeweils mit 0:1. Die Bayern nutzen einen Flügelwechsel und den dadurch entstandenen Freiraum zum Torerfolg, die Löwen waren nach einem Eckball mit dem Kopf zur Stelle und die Kölner verwandelten einen zu kurz geklärten Ball aus dem Getümmel im Strafraum zur Führung. Damit hatte unsere U13 letztlich ebenso viele Gegentreffer vorzuweisen, wie die Kölner oder die Löwen, allerdings eben ohne eigenen Torerfolg, nicht allerdings, ohne ebenfalls die Möglichkeiten für eigene Tore herausgespielt zu haben. 


In allen drei Spielen konnten unsere Jungs gute Akzente setzen, aber es zeigte sich, dass wir auf einigen Positionen einfach zu fehlerbehaftet agierten und unter Druck und hohem Tempo viel zu einfach den Ballbesitz verloren. In der Vorwärtsbewegung fehlte oft die Ruhe am Ball, um Handlungsoptionen zu erkennen und entsprechend umzusetzen.

Insgesamt bezahlten unsere Jungs viel Lehrgeld an diesem Tag, aber - und NUR darum ging es an diesem Tag in erster Linie - sie versuchten daraus einiges unmittelbar für ihr eigenes Spiel beim nächsten Einsatz besser umzusetzen. Innerhalb der drei Spiele waren auf einigen Positionen durchaus kleine, gute Schritte zu erkennen, auch wenn unser Spiel dennoch fehlerbehafteter blieb, als das der Lizenzvereine. Auch mannschaftstaktisch waren uns die großen Vereine in ihrer Entwicklung voraus, agierten insgesamt wesentlich kompakter und geschlossener, mit abgestimmten Laufwegen und hatten weniger „Chaos-Momente" zu überstehen als wir.


Dennoch, wenn es unseren jungen Akteuren gelingt, sich vollends zu konzentrieren und alle ihre Fähigkeiten unter Druck abzurufen - und das hat dieser Auftritt angedeutet - sind sie durchaus in der Lage, gegen einen hochklassigen jahrgangsgleichen Gegner spielerisch mitzuhalten - allerdings nur phasenweise - aber sie werden dabei im Normalfall immer verlieren, an einem schlechten Tag auch recht deutlich. Mehr ist, realistisch betrachtet, gegenwärtig nicht möglich, vom Ergebnis wohlgemerkt, da die Jungs noch viel am Ball lernen müssen - technisch und individualtaktisch. Erfolge werden sich erst durch längere aufeinander aufbauende Ausbildung einstellen. Das mag ernüchternd sein, aber durchaus ein Ziel, das man erreichen kann, wenn man neben viel Ehrgeiz, Talent und Fleiß auch Geduld mitbringt.

Man muss letztlich klar einräumen, dass unsere Jungs noch Defizite haben in Sachen Handlungsschnelligkeit, Entscheidungsfindung und der räumlichen Orientierung, manch einer leidet zudem noch viel zu sehr an seiner Einseitigkeit, die ihn besonders auf hohem Niveau ungemein einschränkt, da er viele Situationen dann einfach nicht mehr lösen kann.


Man konnte aber auch erkennen, dass viele Jungs sich die Fähigkeiten erarbeitet haben, auf diesem Niveau fußballerisch Akzente zu setzen. Exemplarisch herausgreifen könnte man in Hansi und Julius zwei Innenverteidiger, die auch brenzligste Situationen noch spielerisch zu lösen versuchten, immer bemüht, selbst einen unter Druck vom gegnerischen Stürmer eroberten Ball zur gezielten Spieleröffnung zu nutzen und sich zur Balleroberung nicht durch Foulspiele behelfen müssen. Herausgreifen könnte man in David einen „Sechser" (Spieler vor der Abwehr), der an diesem Tag im Spielaufbau durch schnelle, beherzte Dribblings zwei, drei Gegenspieler (von Lizenzvereinen) zu überspielen vermochte. Janni gelang es in seiner Rolle als Außenverteidiger dank gesundem Selbstvertrauen und guter Finten immer wieder Angriffsversuche über seine Seite zu initiieren und durch seine Vorstöße Löcher in die gegnerische Defensive zu reißen. Aufführen könnte man hier den einen oder anderen Spieler mehr, was das eigentlich erfreuliche an diesem Tag war.

Daher haben sich die Jungs ohne Einschränkung ein großes Lob für diesen Tag und ihren Auftritt verdient. Für sie war es nun das erste Mal überhaupt, dass sie dem Nachwuchs jahrgangsgleicher Bundesligisten gegenüber standen, weitere Möglichkeiten werden folgen.

Natürlich bleibt bei individueller Betrachtung noch eine Menge Arbeit an jedem Einzelnen, und daher kann man unseren Jungs nun nur wünschen: bitte nicht zufrieden zu sein, sondern weiter an sich selbst arbeiten zu wollen. Wir (Trainer, Eltern) unterstützen euch dabei nach allen Kräften.

Mein Dank geht an dieser Stelle natürlich noch an alle unsere U13-Eltern, die zum Gelingen des Turnieres beigetragen haben!

Für Freunde der Statistik:
1.  1. FC Köln
2.  TSV 1860 München
3.  FC Bayern München
4.  SC Fürstenfeldbruck


Quelle:Text: Daniel Rohn, Fotos: Axel Mensch