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Rückblick U13-Hallensaison - Fordern, fördern & entwickeln

Daniel Rohn, 10.02.2010

Rückblick U13-Hallensaison - Fordern, fördern & entwickeln

Hier ein grob gefasster Rückblick auf die Hallenzeit der U13.

 

Die Statistiken
Eine genaue Turnierstatistik (wann welche Platzierung erzielt wurde) fehlt hier. Warum? Das ganze Team hat im Winter bislang sechzehn Turniere gespielt und ist dabei zehnmal auf's Siegerpodest geklettert. Doch etwas Entscheidendes lässt sich aus dieser Statistik für die Jungs einfach nicht ableiten. Dazu später mehr.


Die wichtigsten „Aufgaben"

Dominieren ist und bleibt eine der Hauptaufgaben, die die Jungs in jedes Spiel mitnehmen, auch in der Halle galt das. Bewusst Zweikämpfe zu suchen, sich darin selbstbewusst zu behaupten und allmählich die nützlichen von den vermeidbaren Zweikämpfen unterscheiden zu lernen, war und ist die zweite Hauptaufgabe. Darauf richtete sich das Augenmerk bei allen Turnieren und unseren Spielern. Ballbesitz und Dominanz werden sich zwar nicht zwangsläufig auf das Spielergebnis auswirken - das konnte jeder erleben - aber es sichert uns viele Ballkontakte, die wir unbedingt brauchen, um uns technisch weiter zu verbessern und es bringt jeden Jungen immer wieder ganz gezielt in Drucksituationen, die er lösen muss. Desto öfter, desto besser. Fehler sind erlaubt, und werden zwangläufig eben auch zu "unnötigen" Niederlagen führen.

Aber mangelnde technische Qualitäten durch grenzwertig sportliches Verhalten, einstudierte Spielzüge oder passiven Konterfußball zu kompensieren, ist hier ein möglicher (Aus-)Weg, der zu (kurzfristigem) Erfolg führen kann, doch die eigentliche Herausforderung, die Verbesserung des einzelnen Spielers und seiner technischen Qualitäten, geht man damit nicht an, man verschenkt dabei sogar Zeit, die man zum Training dieser Fertigkeiten hätte verwenden können. Je nach Zielsetzung.


Die Platzierungen

Gute Platzierung heißt nicht zwangsläufig „gut gespielt", und „gut gespielt" heißt noch lange nicht, dass auch eine gute Platzierung herausspringt. In Altenerding sind unsere Jungs nach der Vorrunde ausgeschieden, hatten aber ihren bis dahin besten Auftritt auf das Parkett gelegt, jedes Spiel klar dominiert, viele Torchancen herausgespielt, kein Spiel verloren - aber einfach am Ende ein Gegentor zuviel zugelassen, sonst hätte statt dem letzten eben der erste Vorrundenplatz zu Buche gestanden. In Erlangen landeten unsere Jungs auf einem unspektakulären sechsten Platz, zeigten aber auch dort gegen qualitativ gute Gegner einen starken und sicheren Auftritt, hatten jede Partie im Griff und zumindest für die Hälfte der Spielzeit auch jene gegen den Nachwuchs des 1. FC Nürnberg. Beispielsweise in Neuried kletterten sie zwar auf die oberste Stufe des Siegertreppchens, doch speziell mit der Auftaktpartie konnten sie genauso wenig zufrieden sein, wie mit dem Finale, obwohl am Ende beide Spiele „zu null" gewonnen wurden, doch das alleine ist einfach nicht so entscheidend, wie die Frage nach dem „Wie". Hauptsache gewonnen, egal wie, hat mit Ausbildung ja wenig zu tun.


Unsere Turniere
Wir haben insgesamt gesehen etwas zu selten gegen solche Teams gespielt, die individuell auf allen Positionen stark bis sehr stark besetzt waren. Im Kollektiv konnten uns zwar einige Teams Paroli bieten, im individuellen zu wenige. Letzteres wäre wichtig gewesen. Etwas schade auch, dass viele Teams in der Halle nicht mal daran dachten, sich auf ein richtiges Spiel einzulassen, sondern selbst in der Halle Konterfußball bevorzugten. Wobei es auch Ausnahmen gab, beispielsweise die Gröbenzeller würden einem hier einfallen, denen wir recht oft gegenüber standen und die dabei stets versucht haben, das Spiel mit spielerischen Mitteln selbst in die Hand zu bekommen. So machen die Spiele dann Spaß und Sinn. 


Unser Status-quo
Wir sind in unserer individuellen technischen Entwicklung zwar für diese Altersstufe auf einem guten Niveau, aber nüchtern betrachtet derzeit noch nicht da, wo wir hin wollen und die Jungs auch grundsätzlich hin könnten und müssten. Konzentrationsschwächen bei Manchem führen zu oft dazu, dass wir unnötigerweise technisch unsauber agieren. Schießt ein Spieler beispielsweise freistehend vor dem Tor den Ball gleich mehrere Meter über selbiges, so ist das in den meisten Fällen kein technisches Problem. Wieder andere rufen noch zu oft die immer gleichen (und nicht immer optimalen) Bewegungsmuster ab, die sich in den Jahren eingeschliffen haben, vor allem verstärkt dann, wenn der Druck (z.B. in Entscheidungsspielen) größer wird - oder die Konzentration nachlässt. Massiv knabbern wir auch noch an den Unzulänglichkeiten der vielfach noch unausgeprägten Beidfüssigkeit (es gibt KEINEN schwachen Fuß, das ist nur eine Frage der (Nicht-) Gewöhnung in jungen Jahren!), hier wird noch viel Eigentraining (neben dem eigentlichen Training!) von den Jungs nötig sein, um den zweitstärksten Fuß in ihren normalen Bewegungsablauf einzubinden, sonst werden sie weiterhin viele Situationen auf dem Feld nicht optimal lösen können.


Die Aussichten und Ziele
Trotz angesprochner Schwächen näheren sich unsere Jungs (mit unterschiedlichem Tempo) den Lernzielen für diese Altersstufe. Welche (Spiel-)Ergebnisse sie auf dem Weg dorthin einfahren, ist so egal, als ob ein Reiskorn in China umfällt. Zur Erinnerung: beidfüssig, eine saubere Stoßtechnik, koordinativ glänzend geschult, selbstbewusst, ruhig am Ball, sauber in der Ballan- und mitnahme und der Ballführung, trickreich und ballfertig - da wollen wir mit den Jungs hin! Die Besten sollten nun beginnen, diese Dinge in höchstem Tempo auszuführen! Doch bis die Jungs diese Aufgaben meistern können, dürfen sie sich weiterhin unserer ganzen Geduld sicher sein. Der eine wird es früher schaffen, der andere noch etwas länger brauchen, aber sie werden es schaffen.

Und am Ende des Jahres wird es dann ohnehin nur noch um zwei Dinge gehen: Haben die Jungs einen kleinen Schritt nach vorne gemacht und hat ihnen die Saison insgesamt (mit den üblichen Schwankungen) Spaß gemacht? Denn ohne Spaß, wird erst gar keine Entwicklung stattfinden.


Sternstunden

Wenn die Jungs nun also versuchen frei von all zu großem Erfolgsdruck weiterhin technisch anspruchsvollen und guten Fußball zu spielen, nicht zu schnell mit sich zufrieden sind, sondern immer weiter an sich arbeiten WOLLEN, dann sind das die in meinen Augen eigentlichen Sternstunden in einer Saison. Denn dann hätten sie eine sportliche (und bisweilen auch persönliche) Entwicklung gemacht - und wenn die da ist, dann ist das ein zwar kleiner, aber ganz wunderbarer Erfolg, der aller Mühe einen Sinn gibt. Der einzige Erfolg, der in diesem Alter einer ist.


Quelle:Daniel Rohn